PATCHWORK GARDEN
2024
140 × 91 × 2 cm
Öl und Acryl auf Leinen
In der Werkserie PATCHWORK GARDEN entfalten sich florale, abstrakt strukturierte Kompositionen, die eine vielschichtige Reflexion über unsere Beziehung zur Natur und insbesondere zu unserem Planeten anstoßen. Diese Beziehung, so zeigt sich, findet in unseren Gärten einen symbolträchtigen Ausdruck. Sie spiegeln unsere Liebe und Hingabe zur Pflanzenwelt wider und zugleich unser ambivalentes Verhältnis zum Begriff der Ursprünglichkeit.
Während wir das Wilde, das vermeintlich Ungezähmte unserer Erde bewundern, schaffen wir in unseren Gärten selektive Miniaturen dieser Natur. Doch diese Fragmente sind gezähmt, sorgsam kuratiert, um Schmerzhaftes zu eliminieren und die Ästhetik zu maximieren. Der Dialog zwischen Zulassen und Kontrollieren, zwischen Wildwuchs und Eingriff, prägt auch meinen künstlerischen Schaffensprozess.
Die aufgespannten Leinwände werden zunächst großzügig mit Farbflüssen überzogen, die durch den intensiven Einsatz von Wasser variantenreiche Spuren hinterlassen. Das Zusammenspiel von Zufall und Materialität schafft ein dynamisches Grundgerüst. Im Anschluss werden die Leinwände vom Rahmen gelöst, zerrissen und in einem collageartigen Verfahren neu arrangiert. Ein Stück von hier, ein Fragment von dort – bis ein Bild entsteht, das in seiner scheinbaren Zufälligkeit wie ein natürlicher Prozess anmutet.
Doch was ist „natürlich“? Dieses Spannungsverhältnis zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Konstruktion und Authentizität, bleibt ein zentraler Diskurs der Serie PATCHWORK GARDEN – sowohl im Kontext der Naturbetrachtung als auch in der künstlerischen Praxis selbst.
ENGLISH
In the series PATCHWORK GARDEN, floral, abstract structures emerge, inviting a multifaceted reflection on our relationship with nature and, more broadly, with our planet. This relationship finds a symbolic expression in our gardens, which reveal our love and dedication to the plant world, while also highlighting our ambivalent attitude toward the concept of the natural.
While we admire the wild, the seemingly untamed aspects of our Earth, we curate selective miniatures of this nature within our gardens. Yet these fragments are tamed, meticulously crafted to eliminate discomfort and maximize aesthetic appeal. This dialogue between allowing and controlling, between wild growth and intervention, also informs my artistic process.
The stretched canvases are initially flooded with flowing colors, with water playing a pivotal role in creating diverse traces and patterns. This interplay of chance and materiality forms a dynamic foundation. Subsequently, the canvases are removed from their frames, torn apart, and reassembled in a collage-like process. A piece from here, a fragment from there – until an image emerges that, in its apparent randomness, evokes the impression of a natural process.
But what is “natural”? This tension between order and chaos, between construction and authenticity, remains a central discourse in the series PATCHWORK GARDEN – both in its exploration of nature and within the artistic practice itself.